Quickshot - Schnellschuss vom 07.01.2003 Quickshot-Index

»Teuflisch« – auch Wünsche wollen überlegt sein

Deutscher Filmtitel: Teuflisch

Originaltitel: Bedazzled

Jahr der Veröffentlichung: 2000

Regie: Harold Ramis

Vorlage: Gleichnamiger britischer Film von 1967 mit Dudley Moore und Peter Cook in den Hauptrollen

Darsteller: Brendan Fraser, Elizabeth Hurley, Frances O'Connor u.a.

Professionelle Filmkritiker haben durchschnittlichen Kinogängern, Videoverleihkunden und Käufern von Filmen fürs Heimkino eines voraus: sie haben praktisch schon alles gesehen. Weshalb sie auch besonders schwer zu befriedigen sind und dazu neigen, eine besonders scharfe Referenzbrille aufzusetzen. So wurde diesem Film von der englischsprachigen Presse u.a. angelastet, bei weitem nicht an das Bedazzled von 1967 heranzureichen (von dem ich als unprofessioneller Filmkritiker bisher gar nichts wusste), zu wenige wirklich witzige und spritzige Dialoge zu beinhalten, und überhaupt spiele Brendan Fraser wieder mal die Rolle des liebenswürdigen Trottels wie von Blast from the Past usw. gewöhnt, während Elizabeth Hurley übertrieben britisch rede und agiere, was schnell alt werde, und sich lediglich durch Zurschaustellung ihrer körperlichen Vorzüge in allzu vielen sexy Klamotten auszeichne. Es gab allerdings auch Stimmen, die dem Film moderates oder gar hohes Lob zollten.

So weit die anderen. Nun zu meiner unbeschwerteren und unbedarfteren Meinung:

Eine sehenswerte Variante der Faust-Legende, weit unterhaltsamer, viel kürzer und natürlich bedeutend weniger tiefgründig als die von Goethe.

Brendan Fraser ist eine ideale Besetzung für die Rolle des tapsigen, schüchternen und unbeliebten Elliot Richards, dem der Teufel mit Hilfe von sieben Wünschen gegen Seelenüberlassung endlich zu mehr Glück und Erfolg zu verhelfen verspricht. Die eigentlich gar nicht so dolle, sondern eher flache Angebetete Elliots, gespielt von Frances O'Connor, passt ebenfalls in die Reihe der Wunschträume, deren Erfüllung in Frage gestellt wird.

Elizabeth Hurley legt einen verdammt teuflischen, attraktiven und dabei paradoxerweise sympathischen Teufel hin. Dies hat vor allem damit zu tun, wie plausibel dieser Teufel vor Augen führt, dass Reichtum, Macht und Ruhm sowie ein paar andere Eigenschaften, die man gerne hätte, um andere damit zu beeindrucken, nicht unbedingt das gewünschte oder erwartete Ergebnis zeitigen.

Der Film unterscheidet sich durch sein gekonnt dosiertes und moduliertes Tempo wohltuend von hektischen, überdrehten Komödien à la Jim Carrey. Die Dialoge im auf der DVD vorhandenen englischen Originalton haben der eingedeutschten Version den cool-britischen Akzent der Teufelin voraus.

Faszinierend ist die Bemerkung des Repräsentanten Gottes in der Gefängniszelle gegen Schluss, dass man seine Seele gar nicht verkaufen kann. Ob das Goethe auch gewusst hat?

Fazit >>> Eine amüsante Komödie zu einem alten Thema, die durchaus ihre nachdenkliche Seite hat. 

Auf VHS und DVD erhältlich, z.B. bei Amazon.