| Quickshot - Schnellschuss vom 06.07.2001 Quickshot-Index |
Filmempfehlung »Brot und Tulpen« |
| Italienischer
Origintaltitel:
Pane e Tulipani
Deutscher Titel: Brot und Tulpen Jahr der Veröffentlichung: 2001 Regie: Silvio Soldini Buch: Doriana Leondeff und Silvio Soldini Hauptdarsteller: Licia Maglietta (Rosalba), Bruno Ganz (Fernando Girasole), Giuseppe Battiston (Costantino), Antonio Catania (Mimmo), Marina Massironi (Grazia) u.a.
Rosalbas erster staunender Blick auf Venedig Selbst Italiener, Bewohner eines an historischen Sehenswürdigkeiten so reichen Landes, zwängen sich mitunter in den Ferien in Busse, um diese Kulturdenkmäler zu erkunden. So auch Rosalbas Familie. Alles hätte sicher seinen gewohnten Lauf genommen, wäre da der etwas schusseligen Hausfrau und Mutter (verkörpert von Licia Maglietta) nicht in einer Autobahnraststätte der Ehering in die Toilette gefallen. Deshalb braucht sie etwas länger und bekommt draußen nur noch die Rücklichter des ohne sie wegfahrenden Busses zu sehen. Ihre Abwesenheit wird zwar nach einiger Zeit entdeckt, Mimmo, der wütende Ehemann, erreicht Rosalba per Handy und verspricht umgehende Abholung, doch wird die ansonsten so überaus geduldige Frau des Wartens überdrüssig, nutzt eine sich bietende Mitfahrgelegenheit, lässt sich weiter treiben ... und findet sich plötzlich in Venedig wieder. Dort übernachtet sie in einer Pension, lernt den aus Island stammenden Kellner Fernando (Bruno Ganz) kennen, dessen hochgestochener und umständlicher Sprachgebrauch aus längst vergangenen Jahrhunderten zu stammen scheint, verpasst am nächsten Tag ihren Zug, nimmt eine Stelle als Floristin an, kommt mangels Geldes im Gästezimmer des liebenswerten Kellners unter, findet Freunde und Romantik, entdeckt ein neues Selbst und beginnt ein neues Leben. Natürlich nicht ohne amüsante Verwicklungen. Da ist zum Beispiel Costantino, seines Zeichens Klempner und leidenschaftlicher Leser von bisher 285 Krimis, der von Rosalbas Mann nach Venedig geschickt wird, um die Entfleuchte zurückzubringen ... Weiteres sei nicht verraten. Mit dieser liebenswürdigen und entspannten Komödie, die etliche mehr oder weniger normale Zeitgenossen mit ihren Stärken und Schwächen augenzwinkernd unter die Lupe nimmt, ist Regisseur Silvio Soldini ein großer Wurf in bester italienischer Tradition gelungen. Besonders hervorzuheben: überzeugend natürliche Schauspielkunst (wohltuender Kontrast etwa zur übertriebenen Mimik und Hektik deutscher Komödien der Gegenwart), gelungene Charakterisierung der Hauptgestalten und Nebengestalten, spritziges Buch, witzige Traumeinblendungen. »»» Fazit: Eine charmante Komödie – und eine Hauptdarstellerin –, die man unbedingt gesehen haben sollte. Offizielle Webseite (auf Italienisch) Inzwischen erhältlich auf VHS und DVD, z.B. bei Amazon. |