Quickshot - Schnellschuß vom 20.10.2001 Quickshot-Index

Filmempfehlung »America's Sweethearts«

Filmtitel: America's Sweethearts

Jahr der Veröffentlichung: 2001

Regie: Joe Roth

Buch: Billy Crystal und Peter Tolan

Hauptdarsteller: Alan Arkin, Hank Azaria, Billy Crystal, John Cusack, Julia Roberts, Stanley Tucci, Christopher Walken, Catherine Zeta-Jones

Amerikas Traumpaar (Zeta-Jones und Cusack)

Die amerikanischen Kritiken für diesen mit einigen der derzeit bekanntesten Stars besetzten Film lagen eher im negativen Bereich. Vor allem wird ihm immer wieder vorgeworfen, er sei zu unrealistisch (seit wann sollen ausgerechnet Komödien realistisch sein?) und habe als Satire auf Hollywood nur etwa den Biss eines Rehpinschers. Ich ging in den Film ohne Vorkenntnis irgendwelcher Kritiken hinein, hatte keine besonderen Erwartungen und amüsierte mich blendend.

Über die Story 

Eddie (John Cusack) und Gwen (Catherine Zeta-Jones), Publikumslieblinge als Paar in diversen Filmen – aus denen einige vergnügliche Ausschnitte gezeigt werden  – wie auch als Ehepaar, haben sich wegen eines Seitensprungs von Gwen mit einem lispelnden spanischen Möchtegern-Macho (Hank Azaria) getrennt. Ähnlichkeiten mit Stars des realen Hollywood (Don Johnson / Melanie Griffith / Antonio Banderas) sind zweifellos beabsichtigt. 

Nach einem Nervenzusammenbruch hält sich Eddie in einem Nervensanatorium auf, das von einem New Age-Guru geleitetet wird (Alan Arkin zum Schießen in einer kurzen Nebenrolle – wie schon in Grosse Pointe Blank wiederum Cusacks Psychotherapeut). Währenddessen geht es mit Gwens Karriere aufgrund der vom starbesessenen Publikum nicht geduldeten Trennung von Eddie steil bergab. 

Keine guten Voraussetzungen für den Start des soeben fertiggestellten Films Time Over Time, in dem die beiden zum letzten Mal zusammen gespielt haben. Also beauftragt der Produzent (Stanley Tucci) den mit allen Wassern gewaschenen PR-Mann Lee (Billy Crystal) damit, eine öffentliche Versöhnung zu arrangieren. Damit kommt auch Kiki ins Spiel, Gwens Schwester und in der Regel geduldige und gehorsame Assistentin (Julia Roberts). Die aber schon immer ein Auge auf ihren Schwager hatte...

Warum ich den Film gelungen finde

Trotz des überwiegend schnoddrigen Zynismus bleibt die Satire auf Hollywood und die aufgeblasenen Egos der Traumfabrik menschlich und damit amüsant. Selbst der skrupellos-manipulative Picaro Lee hat etwas Liebenswertes – vielleicht gerade deshalb, weil er die Schwächen seiner Mitmenschen so gut kennt und zu nutzen weiss. Das Skript ist witzig-locker und hat gerade die richtige Dosis von Lachern. Die vier Hauptrollen (Crystal, Cusack, Roberts und Zeta-Jones) sind gut besetzt und überzeugend gespielt. Weitere Schauspieler ersten Ranges in scharf karikierenden Nebenrollen bereichern den Film, so z.B. der von Christopher Walken verkörperte exzentrische Kultfilmregisseur und Tucci in der Rolle des unausstehlichen Produzenten. Der Film enthält zwar keine Sexszenen, dafür aber ein überaus witziges Erwachen am nächsten Morgen mit Cusack und Roberts. Außerdem kommt man in den Genuss, ein paar Minuten lang eine übergewichtige Julia Roberts sehen zu dürfen.

»»» Fazit: Eine gelungene Mischung aus einfallsreicher Komödie und Satire, serviert mit einer Prise Romantik.

Erhältlich auf VHS und DVD, z.B. bei Amazon.

Offizielle Webseite (auf Englisch)